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Passivhaus

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Ein Passivhaus weist nach einer Definition des Passivhaus-Instituts Darmstatt (Dr. Feist) einen Heizwärmebedarf (Energiekennzahl) von maximal 15kWh/m²a auf. Bei so guten thermischen Eigenschaften ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr nötig, das Haus wird durch die inneren Gewinne (Personen, Elektrogeräte) sowie die solaren Gewinne geheizt. Der Restwärmebedarf wird durch Erwärmung der Zuluft abgedeckt. Ohne kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist dies nicht möglich, weil die Lüftungswärmeverluste zu groß wären.

Da die guten thermischen Eigenschaften nicht durch ineffiziente Bereitstellung der notwendigen Restenergie zunichte gemacht werden sollen, werden weitere Passivhaus-Kriterien vorgegeben:

  • Heizlast: maximal 10W/m²
  • Gesamt-Energiebedarf (alle Energiedienstleistungen, auch Strom) maximal 42kWh/m²
  • Gesamt-Primärenergiebedarf (für alle Energiedienstleistungen) maximal 120kWh/m²
Wie ist das zu erreichen und was sollten Sie sonst noch beachten?
Wir erklären Ihnen auch die Gefahren und Risiken des Passivhauskonzepts.

Funktionierende Passivhäuser sind machbar - Lesen Sie hier, unter welchen Rahmenbedingungen.

Pauschale und undifferenzierte Aussagen versprechen leider manchmal Dinge, die nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand realisierbar sind. Das "Haus, das ohne Heizung auskommt" ist zwar bei sorgfältiger Planung durchaus realisierbar, Sie sollten aber unbedingt die Vorteile und Nachteile kennen, die der Bau und der Betrieb eines Passivhauses mit sich bringen.

Kostenersparnis beim Passivhaus - die Theorie:

Bei Verbesserung des thermischen Standards (mehr Dämmen, bessere Fenster,...) entstehen Kosten. Dafür spart man sich im Gegenzug Energiekosten beim Betrieb des Gebäudes. Ein Minimum an Kosten ergibt sich bei ca. 40 bis 50kWh/m² (Niedrigenergiehausbereich). Mehrinvestitionen in die Dämmung scheinen sich hier nicht mehr zu amortisieren, weil diese Kosten höher sind als die Kosten für die Beheizung. Lange Zeit gab es deshalb nur einzelne Versuchsobjekte, bei denen noch mehr gedämmt wurde.

Vorteile des Passivhauses

Sehr niedriger Energieverbrauch:
Bei einer Energiekennzahl von 15kWh/m² ergibt sich ein Wärmebedarf von vielleicht 2000 kWh pro Jahr für ein durchschnittlich großes Haus. Im Vergleich dazu ist der Wärmebedarf eines konventionellen Hauses (Größenordnung: 12.000 kWh pro Jahr) extrem hoch.

Verbesserte Luftqualität:
Auch wenn es manche nicht so recht glauben können, dass man ohne die Fenster zu öffnen hygienische Verhältnisse haben kann: Die Luftqualität (Schadstoffe, Ruß, Sporen, Kohlendioxid, Gerüche,...) ist in Häusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung bei ordnungsgemäßer Planung und Ausführung wesentlich besser als bei Fensterlüftung.

Angenehmes Raumklima:
Bei dermaßen gut gedämmten Bauteilen entspricht die Oberflächentemperatur (z.B. der Wände) praktisch der Lufttemperatur. Kalte Wände sind hier nicht mehr möglich. Auch die Fenster "strahlen" nicht kalt in den Raum. Feuchtigkeitsprobleme (schwitzende Fenster, Schimmel,...) gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Weiters kommt es durch die Verwendung einer gut geplanten und ausgeführten Lüftungsanlage zu keinerlei Zugerscheinungen mehr. Durch die Möglichkeit, mit geschlossenen Fenstern zu lüften, ist der Schallschutz stark verbessert.

Baukosten des Passivhauses

Kaum Mehrkosten beim Passivhaus?
Der Theorie nach sollte es beim Bau eines Passivhauses möglich sein, im Vergleich zum Niedrigenergiehaus ohne Mehrkosten auszukommen. Den erhöhten Aufwand für Dämmung, Fenster und Lüftungsanlage soll die Einsparung des Heizsystems kompensieren. Auch in der Realität ist es durchaus möglich, ohne Mehrkosten auszukommen. Gerade bei Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern wurde dies schon gezeigt.
Bei Einfamilienhäusern empfielt sich aber eine gute Portion Skepsis, was die Kostengleichheit betrifft.

Die Kostengleichheit ist meist nur ereichbar, indem bei den Investitionen radikal eingespart wird. Solche Lösungen sind dann zum Beispiel: Nachheizung der Zuluft mit Elektroregister, Badezimmertemperierung mit Elektro-Heizstrahler und Warmwasserbereitung mit E-Heizstab.

Differenzierte Betrachtung der Kosten ist wichtig!
Sinnvollerweise führt man eine Vollkostenrechnung durch und wird über die gesamte Lebensdauer eines Hauses bilanzieren. Die Betrachtung der Investitionen allein ist einseitig. Hier kommt damit ein wesentliches Argument für die Passivhaustechnologie ins Spiel: Auch bei Annahme von moderaten Energiepreissteigerungen wird über die gesamte Lebensdauer des Hauses gesehen ein Passivhaus oft eine sehr günstige Alternative sein.

Versuchen Sie in Ihrer Vollkostenrechnung möglichst alle Aspekte zu berücksichtigen, wie z.B. erhöhter Planungsaufwand des Baumeisters oder Architekten, erhöhter Aufwand bei der Bauüberwachung, evtl. vermehrte Bürokratie (Erlaubnis zum Weglassen aller Kamine) usw.